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Komfortable Berechnung der Tiefenschärfe
abgelegt im Archiv Tipps und Tricks von Tobias Funken am 03.02.07
Komfortable Berechnung der Tiefenschärfe


Besonders bei Portrait-Aufnahmen ist das Spiel mit der sogenannten Tiefenschärfe (viele nennen sie auch Schärfentiefe, was es eigentlich besser trifft) ein gern eingesetztes Stilmittel. Das Foto-Subjekt hat so eben die Nasenspitze und die Augen im Schärfebereich, die hinteren Haarsträhnen und der dahinter beginnende Hintergrund verfallen aber bereits völlig in das Bokeh des jeweiligen Objektivs (anders gesagt: sind unscharf).



Wie aber werden diese Unschärfe im Hintergrund und der bemerkenswert kleine Schärfebereich der Aufnahme erreicht? Im Automatikmodus der meisten Kameras (ohne ein spezielles Portrait-Programm oder ähnliches) schwankt der Bereich, der noch scharf oder schon Unscharf ist von Aufnahme zu Aufnahme. Wie kann man diesen Effekt beeinflussen?



Grundvoraussetzung für den bewussten Einsatz dieses Effektes ist eine Kamera, welche die Angabe eines festen Blendenwertes erlaubt. Keine genaue Beeinflussung, aber dennoch der Einsatz des Effektes der Tiefenunschärfe ist mit dem sogenannten "Motivprogramm Portrait" oder einer besonders langen Brennweite (besonders leistungsstarkes Teleobjektiv) erreichbar. Es sind nämlich die beiden Werte für "Blende" und "Brennweite", sowie die Entfernung zum Objekt, welche die Tiefenschärfe einer Aufnahme beeinflussen: Je größer die Blende (kleiner die Blendenzahl), je näher das Objekt der Kamera ist und je länger die Brennweite, desto kleiner ist der eigentliche Schärfebereich einer Aufnahme.



Aus diesem Zusammenhang ist auch ersichtlich, welchen weiteren Vorteil lichtstarke Objektive mit Blendenöffnungen unter 1,8 bieten: Der unscharfe Bereich lässt sich bis auf wenige Millimeter bestimmen, auch bei relativ kleinen Brennweiten. Ein Beispiel: Du hast ein typisches Portrait-Objektiv mit einer Kleinbild-äquivalenten Brennweite von 85 Millimetern. Dieses hat eine Lichtstärke (größtmögliche Blendenöffnung) von 1,8. Hast Du nun ein Objekt mit einem Abstand von 1,50m, so steht Dir vor und hinter dem fokussierten Punkt des Objektes jeweils 1 Zentimeter Schärfebereich zur Verfügung. Verwendest Du ein 50mm Objektiv sind es bereits ca. 3 Zentimeter. Eine Internetseite, die ich in diesem Zusammenhang empfehlen möchte, ist der Online Depth of Field Calculator, ein Tiefenschärferechner, der abhängig von Kameratyp, Brennweite, Blendenwert und Objektdistanz die zur Verfügung stehende Tiefenschärfe errechnet. Diese Seite ist auf jeden Fall einen Blick und ein spielen mit den Zahlen wert. Danach wird auch das letzte Licht aufgehen und die letzte Frage zum Thema Schärfentiefe beantwortet sein. Wenn nicht, beantworte ich sie im Rahmen meiner Möglichkeiten gerne im Kommentarbereich ;-).



[at Online Depth of Field Calculator]

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