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Realistische Fotos mit guter Wirkung

abgelegt im Archiv Fototechniken am 18.02.10

Realistische Fotos mit guter Wirkung
© Paul Stevenson
Wir Menschen beherrschen das räumliche Sehen sehr gut. Zum einem deshalb, weil wir zwei Augen haben, die minimal unterschiedliche Bilder wahrnehmen und diese dann von unserem Gehirn ausgewertet werdet. Zum anderen, weil wir uns Vergleichpunkte suchen. Sehen wir ein schräges Straßenschild, wissen wir, dass es schräg ist, weil wir es mit dem Boden oder einem anderen geraden Gegenstand vergleichen. Große Gegenstände sind auch nur deshalb groß, weil es kleinere gibt. Und ein Fahrradfahrer ist erst dann langsam, wenn er von einem anderen Radfahrer in größerer Geschwindigkeit überholt wird.

Um beim Fotografieren dieses menschliche Sehen und Interpretieren zu imitieren und für das menschliche Auge leicht erfassbare Bilder zu erstellen, müssen wir unsere Motive diesem Vorgehen anpassen. Zum einen müssen wir das Hauptmotiv scharf stellen. Wie das menschliche Auge fixieren wir unser bevorzugtes Motiv, stellen es also scharf und der Rest des Bildes verschwindet leicht aus unseren Hauptaugenmerk und wird weniger scharf wahrgenommen. Und zweitens müssen wir uns auch Vergleichspunkte suchen. So wirkt der schiefe Turm von Pisa nur dann realistisch schief, wenn wir den waagerechten Boden oder ein gerade stehendes, anderes gebäude mit abfotografieren (siehe oberes Bild). Und da es schließlich um den schiefen Turm geht, der unsere Aufmerksamkeit anzieht, sollte dieser natürlich auch scharf gestellt sein. So können wir realistische Fotos schießen, die (um bei unserem Beispiel zu bleiben) den schiefen Turm von Pisa so darstellen, wie wir ihn mit bloßem Auge gesehen haben. Das Foto wirkt sehr realistisch.

Achten wir also auf das Scharfstellen des uns wichtigen Elements eines Bildes und bringen auch den Vergleich mit ins Motiv, der die Eigenschaft unseres bevorzugten Objektes unterstreicht, dann wird unser fertiges Foto eine gute und vor allem sehr realistische Wirkung haben.

Natürlich können wir dieses Wissen auch andersherum einsetzen. Fotografieren wir den schiefen Turm von Pisa zum Beispiel ohne einen Vergleichspunkt, können wir ihn auch ganz gerade wirken lassen oder viel schräger als er in Wirklichkeit ist (siehe zweites Bild).

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Tags: Räumliches  Sehen,  Realistische  Fotos 

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